25. Kinder- und Jugendpsychiatrisches Symposium: Elternarbeit als Wirkfaktor

Veranstaltung

Wie können Familien in schwierigen Situationen gestärkt werden? Welche Bedeutung haben Beziehung und Bindung? Und wie gelingt es, Eltern als wichtige Partner in der Behandlung zu gewinnen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das 25. Kinder- und Jugendpsychiatrische Symposium des LKH Graz II. Unter dem Titel „Wirkfaktor Elternarbeit – verschiedene Perspektiven, verschiedene Therapierichtungen“ fand die zweitägige Veranstaltung am 22. und 23. September 2026 in der Grazer Seifenfabrik statt.

Experten aus Österreich und Deutschland brachten dabei unterschiedliche fachliche Perspektiven und therapeutische Ansätze zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Elternarbeit gelingen kann und welchen Beitrag sie zur Behandlung und zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen leistet.

Unterschiedliche Perspektiven – ein gemeinsames Ziel

Den Auftakt machte Univ.-Prof. Dr.med. Isabel Böge mit ihrem Vortrag „Wer therapiert den Therapeuten – eine Reflektion“. Dabei ging es unter anderem um unterschiedliche therapeutische Haltungen und die Bedeutung der therapeutischen Beziehung. Gerade in der Kinder- und Jugendpsychiatrie treffen unterschiedliche Sichtweisen und Erfahrungen aufeinander – eine gemeinsame Reflexion kann dabei helfen, verschiedene Perspektiven zusammenzuführen.

Anschließend widmete sich Dr. Maria Müller-Gartner der Schematherapie und dem Konzept der „inneren Eltern“. Im Zentrum standen die kindlichen Grundbedürfnisse und die Frage, wie frühe emotionale Erfahrungen unser Denken, Fühlen und Handeln prägen können. Auch im Erwachsenenalter wirken solche Erfahrungen weiter. So können Kinder bei ihren Eltern unbewusst intensive Reaktionen auslösen, wenn sie an frühere eigene Erfahrungen und unerfüllte Bedürfnisse anknüpfen.

Weitere Vorträge beschäftigten sich mit der familienbasierten Therapie (FBT) bei Anorexia nervosa, mit Affekt-Mentoring und neuer Autorität sowie mit dem THOP-Elterntraining bei hyperkinetischem und oppositionellem Verhalten.

Der erste Tag des Symposiums endete mit Austausch und Vernetzung. Am Mittwoch, dem 23. September, wurde das Programm fortgesetzt. Die Teilnehmer konnten sich auf weitere Vorträge und Workshops freuen, unter anderem zu den Themen systemische Elternarbeit, Bindung, personenzentrierte Elternzusammenarbeit, Grenzverletzungen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie kulturvergleichende Perspektiven auf frühe Entwicklung.

Das 25. Kinder- und Jugendpsychiatrische Symposium bietete somit an zwei Tagen Raum für Fachwissen, neue Perspektiven, Diskussionen und Vernetzung mit dem gemeinsamen Ziel, Familien in schwierigen Situationen bestmöglich zu unterstützen.