Wie viel Pflegepersonal braucht ein Krankenhaus? KAGes entwickelt Personalplanung weiter
Rund 9.400 Menschen arbeiten derzeit in der Pflege der KAGes. Doch wie viele Pflegekräfte werden tatsächlich benötigt und welche Qualifikationen müssen sie mitbringen? Die KAGes beschäftigt sich intensiv mit der Weiterentwicklung ihrer Personalbedarfsberechnung, deren Grundlagen aus dem Jahr 2006 stammen. Wie die Personalplanung künftig noch stärker an den tatsächlichen Anforderungen ausgerichtet werden kann, diskutierten rund 200 Führungskräfte aus dem Pflegebereich gemeinsam mit Expert*innen bei der Pflegemanagementtagung am 21. Oktober im Steiermarkhof Graz.
Die Anforderungen an die Pflege haben sich in den vergangenen Jahren wesentlich verändert. Mit den Novellen des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes von 2016 sowie 2022 bis 2024 wurden die Kompetenzen verschiedener Pflegeberufe erweitert. Diese Entwicklungen erfordern nicht nur eine Anpassung der Personalplanung, sondern auch eine entsprechende Weiterentwicklung der Organisation und Zusammenarbeit in den Krankenhäusern.
„Die Pflege ist eine tragende Säule unseres Gesundheitssystems. Damit die Menschen in der Steiermark auch künftig gut versorgt werden, müssen wir nicht nur neue Pflegekräfte gewinnen, sondern auch jene im Beruf halten, die bereits tagtäglich einen unverzichtbaren Beitrag leisten. Attraktive Arbeitsbedingungen, Entwicklungsmöglichkeiten und eine zeitgemäße Gestaltung der Pflegeberufe sind dafür entscheidend“, betonte der Zweite Landtagspräsident Werner Amon, der in Vertretung von Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl die Begrüßung vornahm.
„Veränderungen gelingen nicht allein durch neue Konzepte, sondern vor allem durch die Menschen, die sie im Alltag umsetzen. Unsere Führungskräfte spielen dabei eine entscheidende Rolle: Sie kennen die Herausforderungen in ihren Teams und können Verbesserungen aktiv mitgestalten. Die Pflegemanagementtagung bietet eine wichtige Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen, bestehende Abläufe zu hinterfragen und gemeinsam neue Lösungsansätze zu entwickeln“, erklärt KAGes-Vorstandsvorsitzender Erich Schaflinger.
Die derzeit angewendete Methode zur Personalbedarfsberechnung basiert auf einem Modell aus dem Jahr 2006, das nach einer Evaluierung 2013 angepasst wurde. Seither haben sich wesentliche Einflussfaktoren verändert. Die KAGes beschäftigt sich daher intensiv mit der Weiterentwicklung ihrer Berechnungsgrundlagen, um den Personalbedarf künftig noch differenzierter ermitteln zu können.
„Eine fundierte Personalbedarfsberechnung schafft Transparenz und ermöglicht es, unsere personellen und finanziellen Ressourcen gezielt einzusetzen. Unser Anspruch ist es, Versorgungsqualität und wirtschaftliche Verantwortung miteinander zu verbinden. Dafür brauchen wir nachvollziehbare Planungsgrundlagen, die den unterschiedlichen Anforderungen unserer Einrichtungen gerecht werden“, unterstreicht KAGes-Vorstand für Finanzen und Technik Ulf Drabek.
9.400 Pflegebeschäftigte mit unterschiedlichen Qualifikationen
Von den rund 9.400 Beschäftigten in der Pflege der KAGes sind etwa 6.300 diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen (DGKP), 400 Pflegefachassistent*innen (PFA) und 2.700 Pflegeassistent*innen (PA). Neben der Anzahl der Beschäftigten gewinnt damit auch die Frage an Bedeutung, wie die verschiedenen Berufsgruppen innerhalb der Pflegeteams optimal zusammenarbeiten können.
„Pflegebedarf ist nicht gleich Pflegebedarf. Eine Bettenstation stellt andere Anforderungen als eine Ambulanz oder Tagesklinik, und auch im Nachtdienst braucht es andere organisatorische Lösungen. Diese Unterschiede müssen sich künftig noch stärker in unserer Personalbedarfsberechnung widerspiegeln. Gleichzeitig gilt es, die erweiterten Kompetenzen der verschiedenen Pflegeberufe gezielt zu berücksichtigen“, erläutert KAGes Direktorin für Pflege, Eveline Brandstätter.
Im Rahmen der Tagung wurden aktuelle Entwicklungen zur Personalbedarfsberechnung sowie Ansätze für einen ressourcen- und kompetenzorientierten Nachtdienst beleuchtet. Auch die Zusammensetzung der unterschiedlichen Pflegequalifikationen, der sogenannte „Grade-Mix“, stand im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion, bei der unterschiedliche nationale Ansätze verglichen wurden.
Unterschiedliche Anforderungen in der Langzeitpflege
Ein weiterer Schwerpunkt widmete sich dem Personaleinsatz in der Langzeitpflege. Hier gelten andere Rahmenbedingungen als im Akutkrankenhaus, unter anderem durch die Personalausstattungsverordnung (StPAVO 2025) des Landes Steiermark. Die Tagung griff diese Besonderheiten auf und beleuchtete die damit verbundenen Herausforderungen bei der Personalplanung und beim Einsatz unterschiedlicher Berufsgruppen.
Führung, Recruiting und neue Perspektiven
Neben der Personalplanung standen auch die Gewinnung und die Integration neuer Mitarbeiter*innen im Fokus. Ein eigener Programmpunkt widmete sich dem Onboarding und Recruiting. Den inhaltlichen Schlusspunkt setzte Dr. Bardia Monshi mit seiner Keynote „New Work, New Tools, New Leadership“, die neue Impulse für zeitgemäße Führung und Zusammenarbeit vermittelte.
Die Tagung bot darüber hinaus Raum für fachlichen Austausch und die Vernetzung der Führungskräfte und Expert*innen.
Bilder zum Herunterladen
KAGes Unternehmenskommunikation
Telefon: +43 316 340-5577
E-Mail: unternehmenskommunikation@kages.at